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Geschichte von DSL

Die Geschichte von DSL: Wie wir das alte Telefonnetz hochgezüchtet habenDie Geschichte von DSL (Digital Subscriber Line) ist im Grunde die Geschichte eines genialen Tricks: Wie holt man aus extrem veralteten Kupfer-Telefonleitungen plötzlich schnelles Breitband-Internet heraus?1. Das Problem: Die alte InfrastrukturBis Ende der 1990er Jahre war Internet extrem langsam. Wir nutzten analoge Modems ($56\text{ kbit/s}$) oder ISDN ($128\text{ kbit/s}$). Das Problem dabei war, dass diese Techniken genau das Frequenzfenster nutzten, das eigentlich für die menschliche Stimme gedacht war (etwa $300\text{ Hz}$ bis $3.400\text{ Hz}$). Wer im Internet war, blockierte meistens die Telefonleitung.Die entscheidende Erkenntnis war aber: Das alte Kupferkabel in der Erde kann physikalisch viel höhere Frequenzen übertragen. Die alten Telefon-Vermittlungsstellen haben diese hohen Frequenzen früher nur einfach abgeschnitten. DSL nutzt genau diese bisher ungenutzten, hohen Frequenzbereiche. So können Sprache und Internetdaten gleichzeitig über dasselbe Kabel fließen.2. Die Anfänge und der Durchbruch1988 (Die Erfindung): Joseph W. Lechleider erfand bei den Bellcore-Labs das ADSL (Asymmetric DSL). Seine Grundidee war simpel: Normale Nutzer laden viel mehr Daten herunter (Download), als sie hochladen (Upload). Wenn man dem Download mehr Frequenzbänder als dem Upload gibt, reicht das Signal auf den schlechten Leitungen doppelt so weit.1999 (Start in Deutschland): Die Deutsche Telekom brachte T-DSL auf den Markt. Mit $768\text{ kbit/s}$ Download-Geschwindigkeit war das damals ein riesiger Sprung – mehr als 13-mal schneller als ein analoges Modem.3. Wie die Technik immer schneller wurdeWeil Kupferkabel hohe Frequenzen über lange Strecken stark abschwächen, musste die Technik Stück für Stück angepasst werden:ADSL & ADSL2+ (bis 16 Mbit/s): Hier lief das Signal noch komplett über Kupfer von der Vermittlungsstelle bis nach Hause. Je weiter man weg wohnte, desto langsamer wurde es.VDSL & FTTC (bis 50 Mbit/s): Die Anbieter brachten die Glasfaser näher an die Häuser – und zwar bis zu den grauen Verteilerkästen an der Straße (Fiber to the Curb / FTTC). Das Kupferstück zum Haus wurde dadurch viel kürzer.Vectoring (bis 100 Mbit/s): Durch die hohen VDSL-Frequenzen störten sich die Kupferkabel im selben Bündel gegenseitig (sogenanntes Übersprechen oder Crosstalk). Vectoring berechnet diese Störungen in Echtzeit und speist ein gegengleiches Signal ein – ähnlich wie Noise-Cancelling bei Kopfhörern.Supervectoring 35b (bis 250 Mbit/s): Indem man das Frequenzband von $17\text{ MHz}$ auf $35\text{ MHz}$ erweitert hat, holt man auf kurzen Kupferstrecken bis zu $250\text{ Mbit/s}$ heraus.G.fast (bis 1 Gbit/s): Nutzt Frequenzen bis $212\text{ MHz}$, funktioniert aber nur noch auf extrem kurzen Strecken (unter $100\text{ Meter}$), etwa vom Keller bis in die Wohnung.4. FazitDSL war die perfekte Brückentechnologie. Es hat verhindert, dass man um die Jahrtausendwende für Milliardenbeträge sofort jedes Haus mit Glasfaser verkabeln musste. Mittlerweile stößt das Kupferkabel aber an die Grenzen der Physik, weshalb die Zukunft jetzt endgültig der echten Glasfaser (FTTH) gehört.

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